Die IHK Fachkundeprüfung ist Pflicht für jeden Taxiunternehmer. Wir erklären den Ablauf, die 5 Prüfungsbereiche, Anmeldung und geben dir konkrete Lerntipps.
Die IHK Fachkundeprüfung nach § 13 PBefG + § 4 PBZugV ist die wichtigste Hürde auf dem Weg zum eigenen Taxiunternehmen. Ohne das Fachkundezeugnis erhältst du keine Taxikonzession — das ist gesetzlich vorgeschrieben. Dieser Ratgeber erklärt dir alles, was du wissen musst: vom Ablauf über die Prüfungsbereiche bis hin zu konkreten Lerntipps, mit denen du die Prüfung beim ersten Versuch bestehst.
Was ist die IHK Fachkundeprüfung nach § 13 PBefG + § 4 PBZugV?
Die Fachkundeprüfung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung, die nachweist, dass du als angehender Taxiunternehmer die notwendigen kaufmännischen, rechtlichen und technischen Kenntnisse besitzt, um ein Personenbeförderungsunternehmen zu führen.
Geregelt ist die Prüfung in § 13 Abs. 1 Nr. 3 PBefG in Verbindung mit der Berufszugangsverordnung (PBZugV), insbesondere § 4 PBZugV (Fachkundeprüfung) und Anlage 3 PBZugV (Sachgebiete). Jede Person, die eine Taxikonzession nach § 47 PBefG oder eine Mietwagenkonzession nach § 49 PBefG beantragen möchte, benötigt dieses Zeugnis — entweder selbst oder über einen eingetragenen Betriebsleiter.
Wer braucht die Fachkundeprüfung?
- Alle, die ein Taxiunternehmen neu gründen wollen
- Alle, die ein Mietwagenunternehmen (inkl. Uber/Bolt/FreeNow) betreiben wollen
- Alle, die als Betriebsleiter eingetragen werden sollen
- Nicht erforderlich: angestellte Fahrer (die brauchen nur den P-Schein)
Die Prüfung wird bei der örtlich zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt. Das Zeugnis ist bundesweit gültig.
Der Prüfungsablauf im Detail
Schritt 1: Anmeldung bei der IHK
Die Anmeldung erfolgt direkt bei deiner zuständigen IHK (nach Wohnort oder Betriebssitz). Du benötigst:
- Ausgefülltes Anmeldeformular
- Personalausweis oder Reisepass
- Tabellarischer Lebenslauf
- Zahlung der Prüfungsgebühr (je nach IHK unterschiedlich, IHK Stuttgart: 255 €)
Die meisten IHKs bieten Online-Anmeldungen an. In Stuttgart läuft es über das Portal der IHK Region Stuttgart.
Schritt 2: Vorbereitung
Zwischen Anmeldung und Prüfungstermin hast du in der Regel 4–8 Wochen Zeit zur Vorbereitung. Diese Zeit solltest du intensiv nutzen. Ein strukturierter Kurs — wie unser Intensivkurs oder Onlinekurs — hilft dir, den Stoff systematisch zu erarbeiten und die Prüfungslogik zu verstehen.
Schritt 3: Schriftliche Prüfung
Die schriftliche Prüfung dauert ca. 3 Stunden und besteht aus:
- Multiple-Choice-Fragen
- Offenen Fragen mit kurzen Antworten
- Rechenaufgaben (Kostenrechnung, Kalkulation)
Die Fragen decken alle 5 Prüfungsbereiche ab. Du musst in jedem Bereich mindestens ausreichende Kenntnisse nachweisen — es reicht also nicht, in einem Fach sehr gut zu sein und ein anderes zu vernachlässigen.
Schritt 4: Mündliche Prüfung (nur bei Grenzfällen)
Wenn das schriftliche Ergebnis nicht eindeutig ist — also knapp an der Bestehensschwelle liegt — lädt die IHK zu einer mündlichen Prüfung ein. Diese findet vor einem Prüfungsausschuss statt und dauert ca. 30 Minuten. In den meisten Fällen ist sie eine weitere Chance, die Prüfung zu bestehen.
Die 5 Prüfungsbereiche
Die Prüfungsinhalte sind bundesweit einheitlich und in der Berufszugangsverordnung für den Straßenpersonenverkehr (PBZugV) festgelegt.
Bereich 1: Recht — ca. 30 % der Prüfung
Dieser Bereich hat das größte Gewicht und umfasst:
- Personenbeförderungsgesetz (PBefG) — §§45 bis 58, Konzessionsarten, Beförderungspflicht
- Straßenverkehrsrecht — StVO, StVZO, Fahrzeugvorschriften
- Fahrpersonalrecht — Lenk- und Ruhezeiten, Kontrolle
- Bürgerliches Recht — Vertragsrecht, Haftung, Mängelrechte
- Steuerrecht — Grundlagen USt, §4 Nr. 21 UStG (Bildungsträger), EStG-Basics
- Sozialversicherungsrecht — Anmeldepflichten, Beitragspflicht
Bereich 2: Kaufmännische und finanzielle Führung — ca. 25 %
- Buchführung — einfache und doppelte Buchführung, Belege, Konten
- Kalkulation — Kostenrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, Preisgestaltung
- Finanzierung — Kredite, Leasing, Eigenkapital
- Liquiditätsplanung — Cash-Flow-Berechnung, Engpässe vermeiden
- Wirtschaftlichkeitsrechnung — Break-Even-Analyse, Amortisation
Bereich 3: Steuer- und Finanzwesen — ca. 20 %
- Umsatzsteuer: Welche Beförderungen sind steuerpflichtig, welche befreit?
- Lohnsteuer: Grundlagen für Arbeitgeber
- Einkommensteuer und Gewerbesteuer: Wer zahlt wann was?
- Steuerliche Buchführungspflichten
Bereich 4: Technische Normen und Betriebsführung — ca. 15 %
- Fahrzeuganforderungen für Taxis (Taxameter, Dachzeichen, Farbgebung)
- Hauptuntersuchung und Sicherheitsvorschriften
- Betriebliche Organisation, Schichtplanung
- Unfallverhütungsvorschriften
Bereich 5: Straßenverkehrssicherheit und Umweltschutz — ca. 10 %
- Unfallstatistiken und Präventionsmaßnahmen
- Ergonomie und Gesundheitsschutz für Fahrer
- Umweltvorschriften, Emissionsklassen, Elektromobilität
Anmeldung, Kosten und Termine
| Punkt | Details | |-------|---------| | Prüfungsgebühr | 255 € (IHK Stuttgart) · andere IHKs auf Anfrage | | Prüfungsdauer | ca. 3 Stunden schriftlich | | Prüfungsort | Deine zuständige IHK | | Gültigkeit des Zeugnisses | Unbegrenzt, bundesweit gültig | | Wiederholung | Möglich (je nach IHK 3–6 Monate Wartefrist) |
Aktuelle Prüfungstermine der IHK Stuttgart und anderer IHK-Bezirke findest du auf der IHK-Termine-Seite.
7 Lerntipps, die wirklich helfen
Tipp 1: Prüfungslogik verstehen, nicht auswendig lernen
Die IHK prüft Verständnis, nicht Auswendiglernen. Verstehe das Warum hinter jeder Regelung — dann kannst du auch unbekannte Fälle lösen.
Tipp 2: Schwerpunkt auf Recht und Kaufmännisches legen
Zusammen machen Bereich 1 und 2 mehr als die Hälfte der Prüfung aus. Hier kannst du die meisten Punkte holen — und verlieren.
Tipp 3: Prüfungssimulationen machen
Übe mit echten Prüfungsfragen unter Zeitdruck. Unser kostenloser Prüfungssimulator gibt dir ein realistisches Feedback.
Tipp 4: Die Kostenrechnung meistern
Rechenaufgaben zur Kalkulation sind häufig. Übe die Formel: Vollkosten = Fixkosten + variable Kosten. Verstehe, wie ein Taxi-Betrieb seine Kosten deckt.
Tipp 5: Frühzeitig anmelden
Viele IHK-Bezirke haben Wartelisten oder Prüfungstermine nur quartalsweise. Melde dich so früh wie möglich an.
Tipp 6: Einen strukturierten Kurs besuchen
Selbststudium ist möglich, aber ein Kurs spart enorm viel Zeit. Erfahrene Dozenten wissen, was in der Prüfung wirklich gefragt wird. Unsere Bestehensquote liegt bei über 97% — das kommt nicht von ungefähr.
Tipp 7: Nicht alleine lernen
Fragen stellen! Egal ob in unserem Kurs oder per WhatsApp — wir antworten schnell und erklären alles verständlich, auch auf Türkisch.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Fehler 1: Nur auf Multiple Choice fokussieren. Die offenen Fragen und Rechenaufgaben zählen ebenso und werden häufig unterschätzt.
Fehler 2: Zu spät anfangen. Wer drei Tage vorher mit dem Lernen beginnt, hat kaum eine Chance. Plane mindestens 3–4 Wochen ein.
Fehler 3: Rechtsquellen nicht lesen. Der Gesetzestext (PBefG, StVO) sollte kein Fremdwort sein. Du musst ihn nicht auswendig kennen, aber du solltest ihn verstanden haben.
Fehler 4: Technisches vernachlässigen. Taxameter-Vorschriften, Fahrzeugfarben, Beschilderung — das klingt trivial, taucht aber immer wieder auf.
Fazit
Die IHK Fachkundeprüfung ist anspruchsvoll, aber klar strukturiert. Wer systematisch lernt, die 5 Prüfungsbereiche versteht und sich mit echten Prüfungsfragen vorbereitet, besteht sie beim ersten Versuch. Lass dich nicht einschüchtern — mit der richtigen Vorbereitung ist das Zeugnis durchaus erreichbar.
Wenn du Fragen zur Anmeldung, zum Ablauf oder zu unseren Kursen hast, ruf uns einfach an oder schreib uns per WhatsApp. Wir beraten dich kostenlos und unverbindlich — auch auf Türkisch.
Nächster Schritt
Bereit für den nächsten Schritt?
Unsere Experten begleiten dich persönlich — von der Kursvorbereitung bis zur Konzession.