Den Personenbeförderungsschein (P-Schein) braucht jeder, der Fahrgäste gegen Entgelt befördert. Wir führen dich durch Voraussetzungen, ärztliches Gutachten, Ablauf, Kosten und Gültigkeit — und erklären, wo die Ortskundeprüfung 2026 noch eine Rolle spielt.
Ob angestellter Taxifahrer, Mietwagenfahrer oder selbstständiger Unternehmer am Steuer: Wer in Deutschland Fahrgäste gegen Entgelt befördert, braucht den Personenbeförderungsschein — kurz P-Schein. Er ist die wichtigste persönliche Voraussetzung für jeden Job hinter dem Taxisteuer. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, welche Nachweise du brauchst, was es kostet und worauf du 2026 besonders achten musst.
Was der P-Schein ist — und was nicht
Der P-Schein ist eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung nach § 48 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Er erlaubt dir, gewerblich Personen zu befördern — etwa im Taxi, im Mietwagen oder bei Plattformdiensten wie Uber, Bolt oder FREENOW.
Wichtig: Der P-Schein ist nicht der Unternehmerschein. Der P-Schein berechtigt dich zum Fahren, die Fachkundeprüfung dagegen zum Führen eines eigenen Unternehmens. Wer sich selbstständig macht und mitfährt, braucht beides — diese Abgrenzung sparst du dir am besten ein für alle Mal ein.
Voraussetzungen für den P-Schein
Bevor die Behörde dir den P-Schein erteilt, musst du mehrere Bedingungen erfüllen:
- Mindestalter: in der Regel 21 Jahre für Taxi und Mietwagen (eng begrenzte Ausnahmen ab 18)
- Fahrerlaubnis Klasse B: meist seit mindestens zwei Jahren
- Persönliche Zuverlässigkeit: Nachweis über ein Führungszeugnis und das Fahreignungsregister (Flensburg)
- Gesundheitliche Eignung: ärztliches Gutachten inklusive Sehtest
- ggf. Ortskundeprüfung, sofern die Behörde sie verlangt
Das ärztliche Gutachten im Detail
Der gesundheitliche Nachweis ist der Teil, der die meisten Fragen aufwirft. Verlangt werden:
- Allgemeine ärztliche Untersuchung — Belastbarkeit, körperliche und geistige Eignung
- Untersuchung des Sehvermögens — entweder beim Augenarzt oder bei einer amtlich anerkannten Sehteststelle
- Betriebs- oder Leistungstest — abhängig vom Alter; ab einem bestimmten Alter (häufig ab 60 Jahren) kann zusätzlich ein psychologischer Leistungstest gefordert werden
Die Gutachten dürfen bei Antragstellung meist nicht älter als ein Jahr sein. Plane diesen Schritt früh ein, denn Termine bei Augenärzten und Untersuchungsstellen sind nicht immer kurzfristig zu bekommen.
Die Ortskundeprüfung — 2026 nicht mehr überall Pflicht
Lange galt: Wer im Taxi fahren will, muss die Stadt kennen. Mit der Modernisierung des Personenbeförderungsrechts 2021 wurde die Ortskundeprüfung allerdings bundesweit entschärft — sie ist nicht mehr zwingend für alle vorgeschrieben. Ob sie verlangt wird, entscheidet seither die zuständige Behörde. In einigen Großstädten bleibt sie für Taxifahrer Pflicht, anderswo entfällt sie ganz.
Weil das von Stadt zu Stadt unterschiedlich ist, lohnt der Blick in unseren ausführlichen Ratgeber Ortskundeprüfung Taxi — wo noch Pflicht, wie bestehen?. Kläre im Zweifel direkt mit deiner örtlichen Fahrerlaubnisbehörde, was für dich gilt.
Ablauf — so kommst du Schritt für Schritt zum P-Schein
- Unterlagen sammeln: Personalausweis, Führerschein, biometrisches Foto
- Führungszeugnis & Auszug aus dem Fahreignungsregister beantragen
- Ärztliche Untersuchung + Sehtest durchführen lassen
- Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde stellen
- Ortskundeprüfung ablegen — falls in deiner Stadt erforderlich
- P-Schein abholen — er wird üblicherweise als zusätzliche Berechtigung in deinem Führerschein vermerkt
Was der P-Schein kostet
Die Gesamtkosten sind überschaubar und setzen sich aus mehreren Posten zusammen:
| Posten | Ungefähre Kosten | |---|---| | Behördengebühr (Erteilung) | 40 – 100 € | | Ärztliches Gutachten + Sehtest | 80 – 200 € | | Führungszeugnis & Registerauszug | ca. 30 € | | Ortskundeprüfung (falls erforderlich) | 50 – 150 € | | Gesamt | 200 – 400 € |
Diese Beträge sind Teil der Gesamtinvestition auf dem Weg ins Taxigewerbe. Wie sich der P-Schein in die Gesamtkosten einfügt, zeigt der Ratgeber Taxi-Schein Kosten 2026.
Gültigkeit & Verlängerung
Der P-Schein gilt in der Regel fünf Jahre. Vor Ablauf beantragst du die Verlängerung — dafür ist erneut ein ärztliches Gutachten nötig, ab einem bestimmten Alter zusätzlich der Leistungstest. Lass die Verlängerung rechtzeitig laufen: Ohne gültigen P-Schein darfst du keine Fahrgäste mehr befördern.
P-Schein und dann? Der Schritt in die Selbstständigkeit
Der P-Schein ist die Eintrittskarte ins Fahrgeschäft. Wenn du danach dein eigenes Unternehmen gründen willst, brauchst du zusätzlich die fachliche Eignung — den Unternehmerschein. Den bereitest du am besten parallel vor: Unsere Vorbereitungskurse bringen dich sicher durch die IHK-Fachkundeprüfung, und unsere Gründungsberatung begleitet dich von der Konzession bis zum ersten Fahrzeug.
Hast du Fragen zu deinem konkreten Fall? Sprich uns an — wir helfen dir, die Reihenfolge der Schritte richtig zu planen.
Häufige Fragen
Wie lange ist der P-Schein gültig?
Der Personenbeförderungsschein wird in der Regel für fünf Jahre erteilt und muss danach verlängert werden. Bei der Verlängerung ist erneut ein ärztliches Gutachten erforderlich; ab einem bestimmten Alter kann zusätzlich ein Leistungstest verlangt werden.
Brauche ich für den P-Schein eine Ortskundeprüfung?
Das hängt von der zuständigen Behörde ab. Seit der Reform des Personenbeförderungsrechts 2021 ist die Ortskundeprüfung nicht mehr bundesweit zwingend vorgeschrieben. Einige Großstädte verlangen sie für Taxifahrer jedoch weiterhin. Erkundige dich bei deiner örtlichen Fahrerlaubnisbehörde.
Was kostet der P-Schein insgesamt?
Realistisch liegen die Gesamtkosten je nach Region und ärztlichen Untersuchungen bei etwa 200 bis 400 Euro. Darin enthalten sind die Behördengebühr, das ärztliche Gutachten samt Sehtest und das Führungszeugnis. Eine eventuelle Ortskundeprüfung kommt gegebenenfalls hinzu.
Ab welchem Alter bekomme ich den P-Schein für Taxi?
Für die Fahrgastbeförderung im Taxi- und Mietwagenverkehr gilt grundsätzlich ein Mindestalter von 21 Jahren. Zudem musst du in der Regel seit mindestens zwei Jahren die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzen. Es gibt eng begrenzte Ausnahmen.
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