„Ich kaufe mir einfach eine Konzession" — so einfach ist es nicht. Die Taxikonzession ist personengebunden und nicht frei handelbar. Wir erklären, was rechtlich geht, wie eine Unternehmensübernahme abläuft und warum sie oft der schnellste Weg zur eigenen Konzession ist.
Wer schnell ins Taxigeschäft will, stößt früher oder später auf die Frage: „Kann ich mir nicht einfach eine Konzession kaufen?" Die ehrliche Antwort lautet: Nicht so, wie viele es sich vorstellen. Die Taxikonzession ist personengebunden und nicht frei handelbar. Es gibt aber einen legalen und in der Praxis sehr verbreiteten Weg, der dem nahekommt — die Unternehmensübernahme. Dieser Ratgeber erklärt, was geht und was nicht.
Warum man eine Konzession nicht „kaufen" kann
Die Taxikonzession ist eine Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG). Sie wird einer konkreten Person für ein konkretes Unternehmen erteilt — geknüpft an deren Zuverlässigkeit, finanzielle Leistungsfähigkeit und fachliche Eignung. Genau deshalb ist sie nicht wie ein Gegenstand verkäuflich: Sie hängt an der Person, die sie erhalten hat, nicht an einem handelbaren Wertpapier.
Wer also ein Inserat „Taxikonzession zu verkaufen" sieht, sollte genau hinschauen. Gemeint ist fast immer etwas anderes: der Verkauf eines Taxiunternehmens mitsamt seiner bereits erteilten Genehmigungen.
Der legale Weg: das Unternehmen übernehmen
Bei einer Übernahme kaufst du nicht „die Konzession", sondern das Unternehmen — also Fahrzeuge, Kundenstamm, eventuell Mitarbeiter und die laufenden Genehmigungen. Die Behörde kann die bestehenden Konzessionen dann auf dich umschreiben, wenn du selbst alle Voraussetzungen erfüllst:
- Persönliche Zuverlässigkeit (Führungszeugnis)
- Finanzielle Leistungsfähigkeit (Eigenkapital/Sicherheiten)
- Fachliche Eignung — der Unternehmerschein
Ohne diese Nachweise nützt dir auch das schönste Übernahmeangebot nichts — die Genehmigung würde nicht umgeschrieben.
Warum die Übernahme oft der schnellere Weg ist
In vielen Städten ist die Zahl der Taxikonzessionen begrenzt. Behörden steuern den Markt über Wartelisten oder einen zeitweisen Konzessions-Stopp, um eine Überversorgung zu vermeiden. Ein Neuantrag kann dann Monate bis Jahre dauern — oder ist vorübergehend gar nicht möglich.
Hier liegt der eigentliche Vorteil der Übernahme: Die Genehmigungen existieren bereits. Du umgehst die Warteliste, weil du in ein laufendes Unternehmen eintrittst, statt eine neue Konzession zu beantragen. In Städten mit Konzessions-Stopp ist die Übernahme oft der einzige realistische Weg zur eigenen Taxikonzession.
Was es kostet — der „Konzessionswert"
Weil Konzessionen knapp sind, hat sich in manchen Märkten ein Konzessionswert gebildet: ein Aufpreis, der über den reinen Sachwert von Fahrzeugen und Inventar hinausgeht. Wie hoch dieser ausfällt, hängt stark von Stadt, Nachfrage und Marktlage ab — von wenigen Tausend Euro bis zu deutlich höheren Beträgen in begehrten Großstädten.
Worauf du beim Kaufpreis achten solltest:
- Was ist tatsächlich enthalten? Genehmigungen, Fahrzeuge, Funkanschluss, Kundenstamm?
- Zustand der Fahrzeuge und anstehende Ersatzinvestitionen
- Umschreibung gesichert? Lass dir bestätigen, dass die Behörde die Genehmigungen auf dich umschreibt
- Schulden & Verträge des Unternehmens (Leasing, Personal, Funkzentrale)
Tipp: Mach die Zahlung vom Gelingen der Umschreibung abhängig. Eine Übernahme, bei der die Behörde die Genehmigung am Ende nicht umschreibt, ist wertlos.
Übernahme oder Neugründung — was passt zu dir?
| | Übernahme | Neugründung | |---|---|---| | Tempo | schnell (keine Warteliste) | langsam, je nach Stadt | | Kosten | Kaufpreis inkl. Konzessionswert | Antragsgebühren, dafür kein Aufpreis | | Risiko | Altlasten des Unternehmens prüfen | sauberer Start | | Verfügbarkeit | abhängig vom Angebot | abhängig von Warteliste/Stopp |
Wer in einer Stadt mit Konzessions-Stopp gründen will, kommt um die Übernahme kaum herum. Wer Zeit hat und in einer Region ohne Deckelung startet, fährt mit der Neugründung oft günstiger. Die Grundlagen dazu findest du im Ratgeber Taxikonzession beantragen und im Gründungs-Hub.
So gehst du vor
- Fachliche Eignung sichern: Ohne Unternehmerschein keine Umschreibung — bereite die IHK-Fachkundeprüfung vor.
- Marktlage in deiner Stadt klären: Gibt es einen Konzessions-Stopp oder eine Warteliste? Frag bei der Genehmigungsbehörde nach.
- Angebote prüfen: Lass dir Unterlagen, Genehmigungen und Unternehmenszahlen zeigen.
- Übernahme rechtssicher gestalten: Kaufvertrag mit Bedingung der Umschreibung — am besten mit fachlicher Begleitung.
Eine Übernahme ist eine unternehmerische Entscheidung mit echten Fallstricken. Wenn du sichergehen willst, dass Kaufpreis, Genehmigungen und Umschreibung zusammenpassen, begleiten wir dich in der Gründungsberatung durch den gesamten Prozess.
Häufige Fragen
Kann ich eine Taxikonzession einfach kaufen?
Nicht direkt. Die Taxikonzession ist eine personengebundene Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz und kann nicht wie eine Ware verkauft werden. Möglich ist aber die Übernahme eines bestehenden Taxiunternehmens samt seiner Genehmigungen — sofern du selbst alle Voraussetzungen erfüllst und die Behörde zustimmt.
Was ist der Unterschied zwischen Konzession kaufen und Unternehmen übernehmen?
Eine Konzession allein lässt sich nicht übertragen. Übernimmst du dagegen ein ganzes Unternehmen, kann die Behörde die bestehenden Genehmigungen auf dich umschreiben, wenn du Zuverlässigkeit, finanzielle Leistungsfähigkeit und fachliche Eignung nachweist. Der Kaufpreis bezieht sich dann auf das Unternehmen, nicht auf die Konzession als solche.
Warum ist die Übernahme oft schneller als ein Neuantrag?
Viele Städte haben einen Konzessions-Stopp oder lange Wartelisten, weil die Zahl der Taxikonzessionen begrenzt ist. Wer ein bestehendes Unternehmen übernimmt, umgeht die Warteliste, weil die Genehmigungen bereits erteilt sind.
Brauche ich für die Übernahme den Unternehmerschein?
Ja. Auch bei einer Übernahme musst du die fachliche Eignung nachweisen — also den sogenannten Unternehmerschein über die IHK-Fachkundeprüfung, einen anerkannten Abschluss oder die Praktikerregelung. Alternativ kannst du einen Betriebsleiter mit Fachkunde bestellen.
Nächster Schritt
Bereit für den nächsten Schritt?
Unsere Experten begleiten dich persönlich — von der Kursvorbereitung bis zur Konzession.
Mehr solcher Tipps?
Kostenlos · Maximal 2 E-Mails pro Monat
Kurs starten
Direkt buchen oder kostenlos beraten
Lernmaterial zur Prüfung
Die 3 Fachbücher zur IHK-Fachkundeprüfung